"Was wissen wir schon von den Menschen der Frühzeit? Von Europa, von Asien und Teilen Afrikas einiges, aber von dem riesigen amerikanischen Kontinent, der heute einen Großteil der menschlichen Bevoölkerung beherbergt, erbärmlich wenig."
>>Alexander von Wuthenau, Altamerikanische Tonplastik, 1965<<
Als Vorgeschmack zu einem Ende Juli 2008 erscheinenden, ausführlichen Artikel an dieser Stelle, haben wir einen interessanten, wenn nicht gar brisanten, Videoclip für Sie auf unsere Homepage gestellt, welcher eine im Jahre 2007 im Norden Boliviens gemachte Entdeckung dokumentiert, die geeignet scheint, die menschliche Evolution auf erschütternde Weise infrage zu stellen. Sehen Sie selbst. Bitte lesen Sie hierzu auch den nachfolgenden Artikel sowie den Nachtrag vom 07.09.08, um sich für eine Meinungsbildung umfänglich zu informieren. Zum Nachtrag geht es H I E R.
Aktualisiert am 11.05.2010: Vergleichen Sie bitte nach Betrachten dieses Videos auch die in "Spiegel online" am 11.04.2010 veröffentlichte Photostrecke: "Spuren im Sand- die Abdrücke von Ileret". Die aus dem Abrdruck gezogenen Schlußfolgerungen bez. Körpergröße und Gang entsprechen den Expertenaussagen hinsichtlich des Fußabdrucks in den bolivianischen Anden; sicher kein Zufall!
Hier folgt nun der Artikel zum Videoclip
von Marco Alhelm

Abb.01 - In dieser Region, dem bolivianischen Altiplano, wurde der Fußabdruck entdeckt.
egen Ende letzten Jahres entdeckte ein bolivianischer Forscher der UNAR (Unidad nacional de Arqueología¹), Roberto Hidalgo, per Zufall einen versteinerten Fußabdruck (Abb. 02-05) in der Nähe des Ortes Jesús de Machaca nahe des Titicacasees auf dem bolivianischen Altiplano, dem in 3.500m bis 5.200m gelegenen Hochland der südamerikanischen Anden. Dies geschah, als er im Rahmen des Projektes „Projekt zur touristischen Erschließung von Jesús de Machaca“ einige Besichtigungen von archäologisch relevanten Orten in der Region vornahm. Daraufhin informierte er seine Kollegen des Institutes, um die weitere Vorgehensweise einzuleiten. Den vor Ort lebenden Campesinos war der Abdruck schon lange bekannt, sie nannten ihn schlicht „Fußabdruck des Inka“.
Im Dezember fuhr ich selbst mit Kollegen der UNAR zur Fundstelle, um mir ein eigenes Bild des Abdrucks zu verschaffen und um Photo- sowie Filmaufnahmen zu erstellen. Das Ergebnis der Filmaufnahmen finden Sie in obigen Videoclip.
Beteiligt an diesem Projekt sind in der Hauptsache folgende Forscher der UNAR:
Lic. Fernando Calderón, Dr. Jorge Miranda Luizaga, Ing. Ariel Infantes, Ing. Carlos Copa, Ing. Alejandro Copa, Arq. Javier Escalante sowie der Autor.
Mittlerweile liegen einige Gutachten von bolivianischen Fachleuten vor welche die anfängliche Vermutung, nämlich dass es sich um einen menschlichen Fußabdruck handelt, erhärten. Am Ende dieses Berichtes ist eine kurze Zusammenfassung der aus den Gutachten hervorgehenden Schlußfolgerungen zu lesen.
Hier zunächst die genaue Lage des Fundortes in Bolivien:
Department: La Paz
Provinz: Ingavi
Gemeinde: Sullkatiti Lahuacollu
Ort: Jesús de Machaca
Höhe über dem Meerespiegel: ca. 4024m
Geographische Lage: Breite -16,768°, Länge -68,715°
Der hier vorgestellte Abdruck befindet sich in einer Gesteinsformation aus rötlichem Sandstein(klastischer Sediment, wobei "klastisches Gestein" soviel bedeutet wie "Trümmergestein", "klastisch" ist ein Wort aus dem Griechischen), einer häufig vorkommenden Gesteinsart in dieser Region des bolivianischen Altiplano.
Der Fußabdruck befindet sich nicht in der Horizontalen, sondern in einer leicht schrägen Lage von schätzungsweise 15-20°. Er befindet sich in einem eklatant guten Zustand, was auf den Photos sehr deutlich zu erkennen ist. Dies ist wohl auf eine in nicht allzu ferner Vergangenheit zurückliegende Freilegung der Platte zurückzuführen, die zuvor von einer weiteren Platte verdeckt war. So konnte der Abdruck vor äußeren Beschädigungen und Witterungseinflüssen weitgehend geschützt werden.
Das Alter der Gesteinsformation wird vorsichtig mit mindestens 7 Millionen Jahren mit bis zu 15 Millionen angegeben, datiert also ins Tertiär, genauer gesagt in den tertiären Abschnitt des Miozän(siehe Gutachten von Escalante sowie [1]). Ungefähr in diesem Zeitraum sollen sich auch die ersten Hominiden entwickelt haben. [2] Ferner fällt das Auffalten und die Heraushebung der Anden zirka in dieses erdgeschichtliche Zeitalter.
Das genaue Alter des Abdrucks ist nicht festzustellen, dürfte aber aufgrund der vorliegenden Daten tatsächlich ins Tertiär datieren, welches einen Zeitraum von ca. 63 Millionen Jahren umfaßt (2-65 Millionen Jahre v. u. Z.) und wiederum in verschiedene Abschnitte unterteilt ist (Pliozän, Miozän, Oligozän, Eozän und Paläozän). [2]
Damit sich der geneigte Leser ohne unnötig Fachbücher oder Lexica zu wälzen in dem theoretischen Konstrukt der Erdzeitalter, hier am Beispiel des "Tertiär", besser zurechtfindet, sei ihm an dieser Stelle eine Tabelle mit den Abschnitten und dazugehörigen Zeitaltern an die Hand gegeben.
Perioden des Tertiär | Vor Jahrmillionen |
| Pliozän | 5 |
| Miozän | 25 |
| Oligozän | 38 |
| Eozän | 55 |
| Paläozän | 65 |
Wer sich für tiefergehend mit den geologischen Erdzeitaltern beschäftigen will, wird für´s erste bei Wikipedia fündig.
Weitere wichtige Datierungshilfen werden einige in nur wenigen Metern Entfernung vom Abdruck entdeckte versteinerte Pflanzen sein (Abb. 06). Diese erlauben eine relative geologische Alterseinstufung, wobei aber ebenso physikalische Altersbestimmungen vorgenommen werden sollten. Diese Untersuchungen werden in Bälde von bolivianischen Geologen in Angriff genommen.
Bisher deutet alles auf ein sehr hohes Alter des Abdrucks hin, und sollte sich dies endgültig als sicher herausstellen, so müsste man das Auftauchen der ersten Menschen um einige Jahrmillionen vorverlegen, oder sämtliche bisherige geologische Erkenntnisse und Zeitabläufe revidieren.
Abb. 06 - In der Nähe des Abdrucks gefundene, versteinerte Pflanzen, die zur Altersbestimmung der geologischen Schicht herangezogen werden.
Denn: In jener Epoche vor 7-15 Millionen Jahren gab es nach bisherigem Kenntnisstand noch keine anatomisch modernen, aufrechtgehenden Vertreter des Homo Sapiens (lat. Weiser Mensch). Diese tauchten erst vor 130.000 bis 200.000 Jahren auf. [3, 4, 5] Es gibt zwar weitere Funde von sehr alten Fußabdrücken, wie etwa die von Mary Leaky entdeckten Laetoli- Fußabdrücke in Tansania/Afrika, die sehr an moderne menschliche Füße heranreichen, jedoch sind diese nicht vollständig anerkannt worden von der Fachwelt. Denn, so Cremo und Thompson 1996 in ihrem Werke „Verbotene Archäologie“: „So faszinierend diese archäologische Möglichkeit auch sein mag, sie verbietet sich angesichts der gegenwärtig gültigen Theorien von der menschlichen Evolution.“ [6] (Anmerkung von D. Groben: Und, kratzt uns das?)
Jüngst wurde auch in Ägypten ein sensationeller Fußabdruck präsentiert. Ende August/Anfang September 2007 ging diese Meldung kurz durch die internationale Presse. (Anmerkung von D. Groben: Selbst dem "Heute Journal" des ZDF war dies eine Meldung wert, und auch der König der ägyptischen Altertümerverwaltung, Dr. Zahi Hawass, ließ es sich nicht nehmen, diesen Fund zu kommentieren. Allerdings brachte eine Internetrecherche beim ZDF in der darauffolgenden Woche nach der Ausstrahlung kein Ergebnis, und auch beim "SPIEGEL" wurde ich im Netz nicht fündig, von "GEO" oder "Spektrum der Wissenschaft" sowieso ganz zu schweigen. War es dieser Beitrag nicht wert, für die Öffentlichkeit archiviert zu werden, oder war er zu brisant, so daß er wieder verschwunden wurde? Zur Strafe schlagen wir jetzt mit diesem Artikel zurück! :-) So soll der in der Nähe der Oase Siwa entdeckte Abdruck ein Alter von ca. 2 Millionen Jahren aufweisen, womit er tatsächlich der bisher älteste Fußabdruck eines Menschen wäre. Laut den Meldungen sollen noch weitere Untersuchungen, unter anderem an Pflanzenresten in der Lehmschicht, in welcher sich der Abdruck befindet, durchgeführt werden um das Alter genauer bestimmen zu können. Bisher sind nach meinem Kenntnisstand aber keine weiteren Publikationen diesbezüglich öffentlich vorgestellt worden. [8, 9] (Anmerkung von D. Groben: das sollte uns nach meiner letzten Ausführung auch nicht überraschen!)
Abb. 07 - Dr. Miranda Luizaga während der offiziellen Bekanntmachung des Fundes am 29.05.08 in La Paz.
Nun haben wir jedoch einen weiteren Fund eines Fußabdrucks vor uns, der sicherlich für einige Diskussionen und Aufruhr in Fachkreisen sorgen dürfte. Allein schon wegen des sehr hohen Alters. Gegenwärtig vorliegende Daten legen die Besiedlung Amerikas in den Zeitraum zwischen 23.000 und 18.000 Jahren v. Chr. [10, 11] Sollte der andine Fußabdruck also tatsächlich aus dem Tertiär sein, so müßte die gesamte Geschichte der Besiedlung des amerikanischen Kontinents neu überdacht werden.
An dieser Stelle soll diese außergewöhnliche Entdeckung nur publiziert werden, vorerst ohne Spekulationen und Deutungsversuche. Die hier veröffentlichten Gutachten und Bilder sind die ersten Resultate von Untersuchungen, die im laufenden Jahr noch fortgesetzt und intensiviert werden.
Der besprochene Abdruck wurde zwischenzeitlich auch mit Einverständnis der dort lebenden indigenen Bolivianer umzäunt, um ihn so vor Beschädigungen zu bewahren. In Planung ist weiterhin ein Transport in ein Museum in La Paz, vielleicht wird aber auch ein kleines Häuschen direkt vor Ort errichtet. Im Spätsommer werde ich erneut vor Ort sein und hoffentlich mit weiteren Erkenntnissen die Heimreise antreten.
Hier die bereits erwähnte Zusammenfassung der Gutachten (Die Originale können bei Interesse bei mir angefordert wurden):
Die Gutachten wurden erstellt von:
- Lic. D. Villamor Encinas(Anthropologe)
- G. Lazcacano Morón(Facharzt für Fußanatomie)
- J. Escalante Moscoso(Architekt u. Archäologe, Leiter der UNAR)
Folgende Schlußfolgerungen können aus den Gutachten gezogen werden:
Der Abdruck entspricht der heutigen Schuhgröße 39.
Die Ballenregion weist eine Breite von 90mm auf.
Der Fuß erlaubt einen stabilen, aufrechten Gang, der dem eines modernen Menschen entspricht.
Das Individuum litt wahrscheinlich an mehreren Fuß- und Gelenkkrankheiten.
Das Individuum bewegte sich barfuß.
Der Abdruck stammt von einem Menschen mit einer Körpergröße von 1,70m -1,75m und einem Körpergewicht von etwa 80kg².
Ergänzung:
Mittlerweile wurde der Abdruck offiziell vorgestellt. Dies geschah durch Freddy Arce Helguero sowie Dr. Luizaga- Miranda am 29.05.2008 in La Paz (Abb. 07).
© Juni 2008 Marco Alhelm
Im Folgenden können Sie die Originalberichte in der Bildvergrößerung einsehen. Diese sind in Spanisch verfaßt. Klicken Sie einfach auf das Miniaturbild und es öffnet sich die Bildvergrößerung, durch welche Sie nach vorne ("NEXT"- Button oben rechts oder lediglich nach rechts, bis sich der Cursor in eine Zeigerhand verwandelt) und nach hinten ("PREV"- Button oben links, oder lediglich nach links...) blättern können. Über den "CLOSE X"- Button unten rechts gelangen Sie wieder zur Normalansicht.
Nachtrag vom 07.09.2009
Bei aller Euphorie über die sensationelle Entdeckung möchte ich, wie Marco beschrieben hat, jedoch betonen, daß weitere, von Fachleuten durchzuführende Untersuchungen dieses Abdrucks erforderlich sind, da sich bei gegenwärtigem Kenntnisstande Fragen und Einwände aufdrängen, welche nicht erschöpfend beantwortet bzw. widerlegt werden können, zum Beispiel:
warum gibt es nur einen Abdruck des linken Fußes, wo befindet sich das Gegenstück? Es müßte doch in einer der aus dem Abdruck rekonstruierbaren Größe des Menschen ermittelbaren Schrittweite ein rechter Abdruck vorhanden sein. Dies ist jedoch momentan nicht der Fall.
Wenn wir uns Abb. 04 ansehen, können wir jedoch erkennen, daß die schräge Platte, in welcher der Abdruck eingebettet ist, nach ca. 70 - 80 cm abrupt abbricht. Dies könnte das Fehlen des rechten Folgeschrittes erklären, jedoch nicht das komplette Fehlen des Vorausschrittes bzw. der Vorausschritte, dazu gibt die freiliegende Gesteinsplatte genug Gehbreite und Länge her, es sei denn, man unterstellt dem Verursacher der Spur einen auffällig breiten (Hüpf-) Gang, was aber nicht gerade überzeugend klingt.
Es erscheint mir gewagt, aus solch einem Abdruck Fuß- und Gelenkkrankheiten ablesen zu wollen, wenn aufgrund des Fehlens eines Gegenparts nicht auf die Gangart, sprich: auf die durch Fuß- und Gelenkkrankheiten von der normalen auf die abgeänderte, eingeschränkte Gangart geschlossen werden kann. Aber ich muß auch betonen, daß ich kein Fußanatom bin und nur auf Basis eines Laien argumentieren kann. Das sollten sich vielleicht auch ein paar Extragescheite in sogenannten "Wahrheitsforen" im Internet hinter die Löffel schreiben, bevor diese lauthals in Art von "Fake" (neudeutsch: Fälschung) und "eindeutig rattenscharfer Story" (verbunden mit unlauteren Absichten, was die Forenteilnehmer vorsichtshalber nicht explizit äußern) ihre Meinung glauben kundtun zu müssen. Und auf die versteinerten Pflanzenreste in der Nähe des Abdrucks wird vorsichtshalber überhaupt nicht eingegangen. Das müssen ja fleißige Fälscher gewesen sein. Hierbei ist auch das Rahmenverhalten der sich hinter Pseudonymen -wie in Foren üblich- versteckenden Zeitgenossen interessant und vollendet die Verhaltenscharakteristik, welche sich aus vorher Gesagtem herausschält: man hat nicht mit uns Kontakt aufgenommen, um die derzeit berechtigten Einwände zu diesem kontroversen Fund zu diskutieren, darüber hinaus hat man es nicht für nötig befunden, uns zwecks einer Veröffentlichung der Abbildung 02 in einem Forumsbeitrag um Erlaubnis zu fragen oder uns wenigstens zu informieren. Wir haben überhaupt nichts gegen eine Weiterveröffentlichung oder sonstige Nutzung unserer Bilder, wie auf der Eingangsseite zu unserer Homepage erläutert, und dies auch noch völlig kostenlos, allerdings möchten wir vorher informiert werden, wenn und wofür dies geschehen soll, das ist doch wirklich kein Aufwand! Man vergreift sich im Ton ("..dermaßen ineffizient hingeschissen"), um im gleichen Satze mit einem respekteinflößenden Fremdwort aus der Biochemie aufzuwarten: "Tryptophanbiosynthese", ohne weitere Erklärung. Wir sind beeindruckt, und die Forumsteilnehmer wissen sicher um die Bedeutung dieses Wortmonsters aus der Alltagssprache, da ja keine Rückfragen diesbezüglich. Das bestätigt nur auf´s Neue unsere Abneigung gegen Foren. Aber jetzt weiter im Text.
Sandstein ist sehr erosionsanfällig, dafür scheint der Abdruck auffallend gut erhalten, was Marco ja schon in seinem Berichte hervorgehoben hat. Zu dieser Problematik hat sich auch Dr. Zillmer geäußert (siehe Eintrag im Gästebuch). Wenn dieser erst vor geologisch gesehen relativ kurzer Zeit durch die Abtragung einer Gegenplatte freigelegt worden sein soll, stellt sich natürlich die Frage nach dem Verbleib dieser Platte und aus welchem Material diese bestand, meines Erachtens nicht zwangläufig aus dem gleichen Material wie jenes der freigelegten Platte. Nun, vielleicht liegt die Gegenplatte gleich rechts neben der "Fußplatte", bei unserem erneuten Besuch im Juli 2008 regte Dr. Jorge Miranda Luizaga an, die benachbarten Platten anzuheben und umzudrehen, verbunden mit der großflächigen Freilegung der "Fußplatte" in der Hoffnung, einen weiteren Abdruck zu finden. Wir suchen diesbezüglich noch nach Fachleuten, die uns bei der Umsetzung behilflich sein könnten. Wenn Leser dieser Zeilen uns weiterhelfen können, in welchem Umfange auch immer, zögern Sie bitte nicht, sich bei uns zu melden.
Allerdings ist auch eine andere Variante denkbar, die sich beim Betrachten der Bilder und des Videos anbietet: die Freilegung könnte ebenso durch sukzessive oder relativ plötzliche Abtragung des Erdreiches oder Gerölls vonstatten gegangen sein, schließlich sind die Plattensegmente von bewachsenen Erdreich umgeben, sogar recht weiträumig, was man an Abb. 01 ebenfalls sehr gut sehen kann; nur hin und wieder ragt das blanke Gestein schräg aus der Oberfläche kommend hervor.
Um noch einmal auf obengenannten Forumsbeitrag zu kommen: darin die Behauptung, welche unkorrigiert wiedergegeben wird "...bei all den staubstürmen die im altiplano doch nicht gerade selten auftreten..". Keine Ahnung, wo diese Person das herhat, wahrscheinlich war er nie auf dem Altiplano. Wir haben dieser Gegend mehrmals, in mehreren Regionen und zu verschiedenen Jahreszeiten, Besuche abgestattet. "Staubstürme" haben wir niemals registriert; auch nicht während der Abwesenheit der Regenzeit, wobei man sich die Niederschläge nicht als Monsun oder Dauerregen über mehrere Tage vorstellen darf, sondern als aufeinanderfolgende Schauer mit mehr oder weniger trockenen Abschnitten. Auch in den trockenen Phasen nimmt die Bewölkung in der Regel nachmittags ab ca. 14:00 Uhr, auch wenn es morgens noch wolkenlos war, zu, um sich zu späterer Stunde, etwa gegen 17:00, zu einer löchrigen Wolkendecke zu verdichten und teilweise kurz abzuregnen. Windig ist die Gegend auf jeden Fall, aber es gibt Hauptwindrichtungen. Wie greift diese an der "Fußplatte" an? An der Fläche mit dem Abdruck oder an deren höchster Stelle, sprich an der anderen Seite, sodaß sich der Abdruck hauptsächlich auf der windabgewandten Seite befindet? "Hokioi", so sein Forenpseudonym, wird darauf sicher eine beweiskräftige Antwort liefern können, ohne jemals vor Ort gewesen zu sein, das unterscheidet eben den Fachmann vom Laien!
Zudem wird in diesem Beitrag von der gegenwärtigen Klimatik auf dem Altiplano auf frühere Klimata geschossen. Hierzu sei dem Forumsteilnehmer die Lektüre von Arthur Posnanskys Werken empfohlen. Darin geht er erschöpfend auf die mehrmaligen Wechsel derselben ein; von gemäßigt bis eiszeitlich vor und während der Kulturperiode von Tiahuanaco, wobei es wiederum ein anderes Thema ist, wie das bei angenommener, gleichbleibender Höhe von ca. 3.800 m eigentlich möglich gewesen sein soll. Aber das soll hier nicht näher diskutiert werden. Können wir daraufhin ausschließen, daß der Fußabdruck nicht auch für lange Zeit von Eis überdeckt und damit vor den Kräften der Erosion geschützt worden ist?
Mir drängt sich aufgrund der derzeitigen Ergebnisse folgende Vermutung auf: die veranschlagten 7-15 Millionen Jahre scheinen mir nicht realistisch zu sein, eher denke ich an eine durch einen kosmischen Impakt verursachte Kastrophe vor einigen Tausend Jahren, als der Homo Sapiens längst existierte und Tiahaunaco in kultureller Blüte stand. mit der Folge der plötzlichen Aushärtung des Sandsteins, der Hebung der Anden, als dessen Nebenwirkung die schnell erhärtete Platte in eine Schräge gebracht und derart gestaucht worden ist, sodaß diese in Segmente zerbrach und liegen blieb, so wie wir diese heute sehen können.
Da ich dem Leser nichts vorenthalten möchte: Hier geht es in besagten Forenberich:
http://aufzurwahrheit.com/Charles-Darwin-s-Evolutionstheorie-t?pid=2525#pid2525
© September 2009 Dieter Groben
Anmerkungen:
¹ Unidad Nacional de Arqueología, Ministerio de educación y culturas, Viceministerio de Desarollo de culturas. Mehr Informationen und Kontakt zur UNAR über mich oder auf: http://www.arqueologiabolivia.com/
² Entgegen dem Gutachten von J. Escalante wird in aktuellen Nachrichten (u.a. auf der Internetseite von La Razón, siehe: http://larazon.glradio.com/irn.asp?ver=2186&c=253&id=605367.) von einem Gewicht von 70kg gesprochen. Dr. Miranda- Luizaga teilte mir mit, dass dies weitere Untersuchungen ergeben hätten.
Literaturnachweis:
[2] Richard Leakey: Die ersten Spuren, München 1999
[3] Joachim Herrmann: Die Menschwerdung, 4. Auflage, Berlin 1988
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Hominisation
[5] Der Brockhaus: Sonderausgabe für den Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 2000
[6] Michael A. Cremo/Richard L. Thompson: Verbotene Archäologie, Augsburg 1996
[7] Peter Rothe: Gesteine, 2. Auflage, Darmstadt 2005
[8] Ägypten: Möglicherweise ältester Fußabdruck eines Menschen entdeckt. Meldung auf: www.shortnews.de vom 21.08.2007
[9] la huella más antigua? Meldung auf: www.muyinteresante.es vom 30.08.2007 (hier ist auch eine Photographie des Abdrucks zu sehen, Anm. des Verf.)
[10] Axel Schulze-Thulin: Indianer der Urzeit, München 1995
[11] Christian F. Feest/Peter Kann: Das Altertum der neuen Welt, Berlin 1992
[12] Günther Stoll/Rüdiger Vaas: Spurensuche im Indianerland. Exkursionen in die neue Welt. Stuttgart 2001
[12] Hans-Eberhard Thust: Altiplano, München 1983
[13] Hervé Chaumeton/Didier Magnan: Kleine Enzyklopädie der Fossilien, Tandem Verlag GmbH 2005
Bildnachweis:
Abb. 01-04 sowie Abb. 06 – Marco Alhelm, Dezember 2007
Abb. 05 – entnommen aus dem Bericht über den Abdruck von Arq. J. Escalante
Abb. 07 – Foto mir freundlicher Genehmigung von Dr. Miranda- Luizaga.
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